Entwurf -Erinnerungsort
im Steinbruch Salzhemmendorf

Überlegungen für einen Erinnerungsort für sieben im Steinbruch zu Tode gekommene sowjetische Kriegsgefangene in Salzhemmendorf – Information, Zeitzeugenauskünfte und Bürgergespräch am 14.3.19

„Auf dem Gelände des Steinbruchs der Dolomitwerke in Salzhemmendorf gab es während des Zweiten Weltkriegs ein Arbeitskommando der Wehrmacht mit kriegsgefangenen sowjetischen Soldaten.

Bis zu ihrer Überführung auf das sowjetische Ehrengräberfeld in Rehren-Auetal (um 1960) hat dort ein Gräberfeld für sowjetische Kriegsgefangene bestanden. Sieben Männer wurden dort bestattet, die im Zeitraum 1942-44 zu Tode gekommen sind.

In keinem anderen der zahlreichen Kriegsgefangenenlager mit sowjetischen Insassen im Kreisgebiet Hameln-Pyrmont ist die Anzahl der Verstorbenen auch nur annähernd so hoch. Häufige zumeist vereitelte Fluchtversuche und noch mehr die Zahl von Toten sprechen für äußerst schlechte Lebens- und Arbeitsbedingungen der Gefangenen.

Im ersten Teil des Abends stellt der Hamelner Historiker Bernhard Gelderblom seine Recherchen zum sowjetischen Kriegsgefangenenlager im Steinbruch der Dolomitwerke vor.

Im zweiten Teil soll gesammelt werden, was noch an Wissen von Zeitzeugen – auch aus zweiter Generation – vorhanden ist. Welche Erinnerungen haben sie an den im Volksmund „Russenburg“ oder nach dem Krieg „Sudetenburg“ genannten Gebäudekomplex und dessen Umfeld und an das Lager der Kriegsgefangenen?

Im dritten Teil werden Überlegungen zu einem Erinnerungsort vorgestellt. Der Ockensener Bildhauer Burkhard Bösterling hat ein Modell für ein Gedenkzeichen entworfen.“

Aus: Presseerklärung des Ortsrates Salzhemmendorf

Die Stele steht im Feld der Öffentlichkeit. Gräberfeld und Russenburg sind im Blick. Die Stele bildet in sich eine geschlossene, strenge Form, sie steht mahnend für die Totalität des Systems. Sie baut sich aus sieben waagerecht gesägten Blöcken auf.

Unterschiedliche Schichtstärken betonen die Individualität in der Totalität. Durch leichte horizontale Verschiebungen können weitere Assoziationen entstehen:  Ausbruch, Hoffnung, Wut aber auch Handlungsspielraum. Gemeint ist auch der Handlungsspielraum der BetrachterInnen, von uns.

Die Stäbe stehen im privaten Raum. Sie ermöglichen es im Dreieck mit der Stele, einen Raum des Gedenkens, der Erinnerung und der Stille zu schaffen.

Die Toten sind namentlich in Rehren-Auetal bestattet worden, die Blöcke hier tragen keine Namen. Die Stele hat eine Höhe von 270 cm bei einer Grundfläche von 60 x 60 cm. Endgültige Höhe wird vor Ort in natürlicher Umgebung bestimmt.